Kostas Karyotakis,

geb. 1896 in Tripolis (Peloponnes). Erste Veröffentlichungen als Sechzehnjähriger, 1913 bis 1917 Jurastudium an der Fakultät Athen. Ist zunächst freiberuflich als Anwalt tätig und nimmt ein Literaturstudium auf, wodurch er der Einberufung zum Militär entgeht. Arbeitet 1919 als Beamter des Innenministeriums und wird immer wieder versetzt, bis er ab 1920 gehobenere Ministerialposten bekleidet und die meiste Zeit in Athen verbringt. Er führt eine Parallelexistenz als Literat, verfasst journalistische Texte, Theaterrevuen und gibt die satirische Zeitschrift Die Wade heraus. 1919 erscheint seine erste Gedichtsammlung Der Schmerz des Menschen und der Dinge, 1921 Schmerzstiller, 1927 Elegien und Satire. Wahrscheinlich erkrankt er Anfang der 20er Jahre an Syphilis. In diese Zeit fällt seine Begegnung mit der jungen Dichterin Maria Poliduri, mit der er etwa vier Jahre eine Beziehung hat. Karyotakis träumt von einem Leben anderswo, z. B. in Paris, kehrt von Reisen nach Deutschland, Rumänien und Italien allerdings enttäuscht zurück. Er engagiert sich gewerkschaftlich und wird deshalb 1928 zunächst nach Patras, im Juni nach Preveza strafversetzt. In dieser Zeit schreibt er einige Prosatexte. Am 21. Juli 1928 erschießt er sich, nachdem er sich in der Nacht zuvor mehrere Stunden vergeblich im Meer zu ertränken versucht hatte.
Die hier abgedruckten Gedichte stammen aus dem Zyklus O ponos tou anthropou kai ton pragmaton (Der Schmerz des Menschen und der Dinge) von 1919, das Gedicht Dein Leben aus Nipenthi (Schmerzstillend) von 1921 und das Gedicht Meine Bäume aus Elegia kai Satires (Elegie und Satiren) von 1927. Wir übersetzten aus dem Buch Kostas Karyotakis, Apanta (Sämtliche Werke), Athen 1983.